Europa und Philosophie? Ein Kommentar zu Ulrich Becks „Das deutsche Europa“

36418110zMit seinem Buch Das deutsche Europa trifft Ulrich Beck den Zahn der Zeit, dabei bleibt er aber in der Konsequenz genauso wenig bissig wie stichhaltig. Zwar werden ganz richtig und ordentlich die neuen Probleme Europas zusammengefasst, dabei kommt der Autor aber leider nur unwesentlich über den Erkenntnisgewinn einer aufmerksamen Zeitungslektüre hinaus.

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Berlinwahlen aus Sicht eines Europäers

Als ich mich heute Morgen auf den Weg zum Wahllokal gemacht habe war ich eigentlich guter Dinge, was per se eher ungewöhnlich ist. Meine Beschäftigung mit Politischer Philosophie hat mir die allzu naive Affinität gegenüber dem politischen System eigentlich schon längst ausgetrieben. Zwar bin ich überzeugt davon, dass Freiheit und Rechtsstaatlichkeit die indiskutablen Säulen unserer Gesellschaft – heute wie in der Zukunft – sein müssen, bei der Herrschaftsform, wie wir sie heute kennen, habe ich allerdings so meine Zweifel. Begründet ist dies vor allem dadurch, dass ich einen für mich wesentlichen Aspekt des Politischen bislang nicht ausreichend entwickelt sehe: Partizipation.

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Habermas an der HU – Kommentar zum Kommentar

Der gestrige Kommentar zum Vortrag von Jürgen Habermas über Die Krise der Europäischen Union im Lichte einer Konstitutionalisierung des Völkerrechts (Hinter verschlossenen Türen, FAZ) kann nur insofern den Anschein der tatsächlichen Anwesenheit des Kommentators wahren, als dass das AudiMax tatsächlich an den Rand der Kapazität gebracht wurde. Inhaltlich erschreckt allerdings die Schlagwortorientierung und Kontexlosigkeit. Weiterlesen

„Erhöhte Wachsamkeit“ – Überlegungen zur Terrorgefahr in Deutschland

Die letzten Tage haben den Internationalen Terrorismus in Deutschland präsent gemacht. Der Umgang eines jeden Einzelnen mit dem öffentlichen Raum hat sich, und sei es nur im Sinne der geforderten erhöhten Wachsamkeit, verändert. Die latente Verunsicherung droht allerdings gleichzeitig den Begriff des Terrorismus wie seinen sichtbaren Gegenpart: der bewaffneten Staatsgewalt, allein durch die Konkretisierung, zu verändern. Indem der Terrorismus sich von einer abstrakt-entfernten Bedrohung zu einer Bedrohung für mich und mein soziales Umfeld transformiert und indem die Staatsgewalt zu einer, in Form von, in unseren friedensverwöhnten Augen, schwer bewaffnet patrouillierenden Polizisten, mich und mein soziales Umfeld schützenden wird, verlieren die Begriffe ihre ursprüngliche Distanz und drängen sich jedem Einzelnen unweigerlich auf.

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